Nicht alles, was wir loslassen, verschwindet aus unserem Herzen

 

„Nicht alles, was du loslässt, war Ballast. Manches war ein Teil von dir.“

Ein älterer Mann stand vor einem Regal, auf dem ein kleines Holzboot lag. Es war selbst gebaut, längst verstaubt, mit abgeplatztem Lack. Er hatte es vor Jahren für seinen Sohn geschnitzt. Der Sohn war längst erwachsen, weggezogen, ihr Kontakt sporadisch.

Der Mann hob das Boot vorsichtig hoch und spürte das Gewicht seiner Erinnerungen. Damals war das Boot ein Symbol für Zeit, Nähe und Hoffnung. Heute war es ein stiller Zeuge von etwas, das es so nicht mehr gab.

Er lächelte kurz, ohne zu wissen, warum. Er strich mit dem Finger über die raue Kante, als wollte er noch einmal spüren, was längst vergangen war. Ein kurzer Moment von Wärme durchzog ihn, bevor er den Blick wieder löste.

Er stellte es zurück.

Loslassen heißt nicht, dass es nichts mehr bedeutet. Es heißt nur, dass man es nicht mehr festhalten muss. Manche Dinge sind kein Ballast – sie sind Spuren. Und manchmal reicht es, zu wissen, dass sie da waren.


...

Aus dem Buch „Selbstfürsorge in kleinen Momenten“

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