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Auch ein stiller Tag kann genau das sein, was wir brauchen
„Nähe zeigt sich oft nicht im Reden, sondern im Aushalten des Schweigens.“
Der Fluss zog gemächlich vorbei, sein leises Glitzern spiegelte den späten Nachmittag. Auf einer Bank saß ein älteres Ehepaar, dicht nebeneinander, die Hände locker ineinander verschränkt. Neben ihnen saß eine Jugendliche, still, mit geröteten Augen. Ihre Welt war gerade aus den Fugen geraten – aber sie sprach kein Wort.
Auch sie schwiegen, sahen nur auf das träge Wasser, das in langsamen Bewegungen dahinströmte. Niemand füllte die Ruhe – und doch trug sie. Keine Fragen, keine Ratschläge, kein „Wird schon wieder“. Nur dieses gemeinsame Schweigen, das seltsam warm war.
Nach einer Weile reichte die Frau ihr einen Apfel. Sie nahm ihn, biss ab, und ihre Finger berührten sich kurz. In diesem Berühren lag Nähe. Der Apfel war süß, die Luft mild, und für einen Moment schien alles etwas weniger schwer.
Vielleicht war es nicht das, was sie sich gewünscht hatte. Aber es war genau das, was sie gerade brauchte.
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Aus dem Buch „Selbstfürsorge in kleinen Momenten“