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Mitgefühl macht uns nicht schwächer, sondern menschlicher

 

„Mitgefühl zu bewahren in einer harten Welt ist kein Nachteil, sondern
innere Stärke.“

Mara hatte oft das Gefühl, zu empfindlich zu sein. Sie nahm Stimmungen sofort wahr, bemerkte kleinste Veränderungen im Tonfall, und manchmal verletzten sie Worte, die achtlos gesagt wurden. Viele Male hatte man ihr geraten, sich „ein dickeres Fell“ zuzulegen. Doch jedes Mal, wenn sie versuchte, härter zu werden, fühlte sie sich fremd in ihrer eigenen Haut.

Eines Tages stand sie im Park und sah, wie ein Kind hinfiel. Noch bevor jemand reagierte, war sie bei ihm, half ihm hoch und sprach beruhigende Worte. Das Kind hörte auf zu weinen und lächelte zaghaft. Mara merkte, wie wohltuend und stärkend diese kleine Hilfe war.

In diesem Moment begriff sie: Ihre Empfindsamkeit war keine Last, sondern eine Gabe. Feinfühlig zu sein bedeutete, berührbar zu bleiben. Und gerade das machte sie fähig, Nähe zu schaffen, Trost zu geben und Wärme zu schenken.

Sie musste nichts ändern – nur aufhören, sich für ihre Sanftheit zu schämen.


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Aus dem Buch „Selbstfürsorge in kleinen Momenten“

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