Manchmal ist Hoffnung stärker als Gewissheit
„Gebet heißt nicht immer glauben, sondern manchmal nur hoffen.“
Zwischen zerbombten Häusern hockte er in einem dunklen Keller, den Kopf an die kalte Wand gelehnt. Draußen dröhnten die Einschläge, und das Zittern des Bodens ging durch seinen ganzen Körper. Der Geruch von Staub und Rauch lag in der Luft, jeder Atemzug erinnerte ihn daran, wie zerbrechlich alles geworden war.
Ein leises Beben ging durch seine Hände. Er wusste nicht, ob er den nächsten Tag erleben würde, und doch falteten sich seine Hände wie von selbst. Worte, die weder fest geglaubt noch fest gewusst waren, flossen in Gedanken hinaus – keine Bitte an einen Gott, sondern ein stiller Ruf nach einem Morgen, das es vielleicht geben könnte.
Für einen Moment wurde der Lärm dumpfer, als ob die Hoffnung ihm ein wenig Schutz schenkte. In diesem Augenblick war das Gebet nichts weiter als Hoffnung, ein unsichtbarer Faden, der ihn für ein paar Atemzüge aufrecht hielt, während die Welt um ihn herum zerfiel.
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Aus dem Buch „Selbstfürsorge in kleinen Momenten“