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Nicht immer müssen wir stark sein, um weiterzukommen
„Was uns rettet, ist nicht stets die Stärke, sondern oft das Zulassen der Schwäche.“
Im Pausenraum des Krankenhauses saß eine Pflegerin, die sonst nie Pause machte. Sie hatte die Schultern gesenkt, den Blick auf ihre Hände gerichtet. Neben ihr stand eine Kollegin, still, mit zwei Tassen Tee. Kein Wort wurde gewechselt.
Nach einigen Minuten sagte die Kollegin leise: „Du musst heute nichts beweisen.“
Die Pflegerin atmete ein, langsam, zögerlich – und dann liefen ihr Tränen übers Gesicht. Es war keine Katastrophe passiert. Kein Drama, kein Unfall. Nur ein Tag zu viel, ein Gewicht zu lang getragen.
Und plötzlich merkte sie, wie befreiend es war, Schwäche zuzulassen. Manchmal ist das die eigentliche Grenze: wenn man sich selbst nicht mehr erlaubt, kurz nicht zu funktionieren.
Sie blieb sitzen, trank den Tee, und zum ersten Mal seit Wochen hatte sie das Gefühl, nicht kämpfen zu müssen. Nicht jetzt. Nicht hier.
Es war nur eine Viertelstunde – aber sie fühlte sich an wie ein Versprechen.
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Aus dem Buch „Selbstfürsorge in kleinen Momenten“