Nicht jedes Aufhören ist ein Scheitern, manchmal ist es Selbstfürsorge
„Manchmal ist das Aufhören das mutigste, was du tun kannst.“
In einem kleinen Atelier saß ein Mann mittleren Alters vor einer halbfertigen Leinwand. Jahrelang hatte er an einem einzigen Bild gearbeitet, Schicht für Schicht, Farbe für Farbe. Doch in letzter Zeit fühlte er nur noch Druck, keinen Spaß mehr. Die Freude war verschwunden, ersetzt durch Zweifel und das ständige Gefühl, nicht gut genug zu sein.
Das Aufhören war kein Ende, sondern ein Anfang. In der neu gewonnenen Leere lag eine Freiheit, die er lange nicht gespürt hatte. Eine Entscheidung, Raum zu schaffen für Neues und sich selbst vor Erschöpfung zu schützen.
Für einen Moment wurde der Lärm dumpfer, als ob die Hoffnung ihm ein wenig Schutz schenkte. In diesem Augenblick war das Gebet nichts weiter als Hoffnung, ein unsichtbarer Faden, der ihn für ein paar Atemzüge aufrecht hielt, während die Welt um ihn herum zerfiel.
Es war die stillste Form von Mut, die er je gezeigt hatte – und die wichtigste.
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Aus dem Buch „Selbstfürsorge in kleinen Momenten“